Glykation ist ein Prozess bei dem sich Zucker mit Proteinen oder Fetten (Lipide) verbindet. Die Proteine und Fette werden dabei zerstört und es entstehen dabei sogenannte AGEs, Advanced glycation end-products (deutsch: Fortgeschrittene Glykation End-Produkte). Ich würde den Prozess am ehesten mit Rost vergleichen.

Wie passiert es?

Glykation passiert auch außerhalb des Körpers, zum Beispiel wenn Fleisch angebraten wird. Allerdings werden eher geringe Mengen von externen AGEs über die Diät aufgenommen und der tatsächliche Einfluss auf die Gesundheit ist unklar.

Wenn Glykation aber definitiv ein Problem wird ist, wenn es innerhalb des Körpers statt findet. Und das passiert jedes Mal wenn der Blutzuckerspiegel steigt, also für die meisten Personen 3 Mal täglich oder öfters. Natürlich wird mittels Insulin der Zucker aus der Blutbahn geschafft, jedoch dauert das eine gewisse Zeit. Genug Zeit für Glykation um Schäden zu verursachen.

Dazu kommt auch, dass verschiedene Zuckerarten einen unterschiedlich starken Glykations-Effekt haben. Ganz vorne dabei ist Fruktose, also Fruchtzucker, welcher etwa 10 Mal stärker ist als Glucose. Fruchtzucker findet sich natürlich vermehrt in den „gesunden“ Früchten, aber auch Kristallzucker besteht zu 50% aus Fruktose. Der verpönte „High fructose corn syrup“ (deutsch: Maissirup mit hohem Fruchtzuckergehalt) kann bis zu 70% Fruktose beinhalten, ist aber in den meisten Fällen mit 55% Fruktosegehalt sehr nahe an Kristallzucker.

Was zerstört Glykation?

Glykation verursacht massive Schäden im Körper, besonders deutlich werden diese Schäden bei Menschen mit Diabetes, da ihr Blutzuckerspiegel chronisch erhöht ist, insbesondere wenn es nicht behandelt wird. Doch Glykation findet immer statt, auch wenn kein Diabetes vorherrscht, wenn auch nicht im selben Ausmaß. Glykation zerstört dabei:

  • Rote Blutzellen
  • Endothel (englisch: endothelium) Die innere Wandschicht von Lymph- und Blutgefäßen
  • Fibrinogen, ein Teil des Blutplasmas verantwortlich für die Blutgerinnung
  • Collagen, wichtig für Haut, Haare, Knochen, Knorpel
  • Nervenzellen
  • Linse und Hornhaut des Auges (Katarakt)
  • DNA
  • LDL (Führt zu Atherosklerose)

Desweiteren zeigen AGEs negative Auswirkungen auf folgende Krankheiten:

  • Alzheimer
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Schlaganfall

Und es hat negative Auswirkungen auf:

  • Vasodilatation (Die Fähigkeit von Blutgefäßen sich zu erweitern)
  • Arterienversteifung
  • Makrophage Zellen (Die „Aufräum-Zellen“ des Körpers)
  • Oxidativer Stress und verursacht Entzündungen in Blutgefäßen

Fazit

Der Konsum von Zucker und Kohlehydraten führt unweigerlich zu Glykation, wodurch weitreichende Schäden im Körper entstehen. Natürlich kann der Körper mit Schäden bis zu einem gewissen Grad umgehen, jedoch wird mit jeder Mahlzeit und jedem Snack der Prozess erneut gestartet. Ein nahezu chronischer Zustand der Zerstörung, wie eine Wunde die immer wieder aufreißt.

Noch dazu kommt, dass die oft als „natürlich“ und „gesund“ bezeichneten Früchte voll mit Fruktose sind, welches letztendlich aber 10 Mal schlechter ist als Glucose. Vermutlich sogar noch schlimmer, denn Fruktose besitzt noch weitere negative Eigenschaften gegenüber Glucose, die es für den Körper regelrecht giftig machen.


Weiterführende Links

Glykation – Wenn der Körper „rostet“

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